In der letzten dreiteiligen Serie „Wie digital arbeiten Sie schon?“ haben wir Ihnen digitale Services und Tools vorgestellt. Oder auch „nur“ in Erinnerung gerufen. In diesem Beitrag wollen wir Ihnen digitalen Services einer Messegesellschaft vorstellen – und zwar die der Messe München. Es geht konkret um

  • TrustedTargeting,
  • die Messe-App „connect“ der Messe München und
  • das data-driven Storytelling-Format „Working Hero“.

Dafür haben wir Dr. Markus Dirr, Chief Digital Officer der Messe München, befragt. Neugierig? Dann geht’s los.

Dr. Dirr, wie sind Sie auf digitale Services wie diese gekommen?

Kurz gesagt: Indem wir uns gefragt haben, was der Engpass unserer Kunden ist und wie wir den lösen können. Wir haben also nicht überlegt, welche digitalen Produkte wir unseren Kunden zusätzlich zu unserem Kerngeschäft anbieten könnten. Das wäre klassisches Up-Selling. Sondern wir haben uns in unsere Kunden hineinversetzt und uns zunächst gefragt, was sie brauchen. Das ist ganz klar: Angebot und Nachfrage zusammenbringen. Und dann haben wir uns gefragt, wie wir diesen Bedarf digital lösen können? Darauf gibt es online bereits eine Antwort und die heißt Targeting.

Digitale Services Beispiel 1: TrustedTargeting

Was ist Targeting und was ist TrustedTargeting?

Targeting ist eine Werbetechnologie.

„Targeting bezeichnet die genaue Zielgruppenansprache im Online-Marketing. Wichtigste Voraussetzung dafür ist die Zielgruppenbestimmung im Vorfeld einer jeden Werbekampagne. Über moderne Technologien ist es im Internet möglich, eine Online-Kampagne zielgruppengenau zu steuern. Hierfür stehen dem Werbetreibenden zahlreiche Techniken der Zielgruppeneingrenzung zur Verfügung.“ Quelle und mehr

Und TrustedTargeting ist unsere Antwort auf diese Werbetechnologie. D. h. es ist Werbung basierend auf den Daten unserer Leitmessen.

Für unsere Kunden erweitern wir so deren digitales Marketing um einen weiteren Kanal: Den digitalen Zugang zu den Zielgruppen unserer Veranstaltungen. Dieser Service ist übrigens jederzeit buchbar. Also ganzjährig und völlig unabhängig vom Termin der jeweiligen Fachmesse.

TrustedTargeting Features

TrustedTargeting Features

Wie buche ich so eine digitale Werbe-Maßnahme?

Wie bei einer klassischen Online-Kampagne wählen Sie zunächst Ihre Zielgruppe aus. Beispielsweise die Besucher der bauma oder der IFAT. In unserem Konfigurator sehen Sie dann, wie groß Ihre potenzielle Reichweite ist und können sofort buchen. Dabei haben Sie die Wahl, ob Sie Banner oder Bewegtbild zeigen und über welche Netzwerke Sie die Werbebotschaft transportieren möchten. Je nach Ihrer Präferenz wird die Werbung dann auf Nachrichten-Webseiten oder auch sozialen Medien in Ihrer Wunschzielgruppe angezeigt. Also dort, wo sich unsere Fachbesucher bzw. Ihre Standbesucher und potenziellen Kunden online aufhalten. Als Bezahlmodell für diesen Service bieten wir eine Abrechnung nach Klicks an. Unsere Anzeigenkunden zahlen also nur für Leute, die sich wirklich interessieren und die Werbung klicken.

Der Vorteil dabei: Sie erreichen die Kunden außerhalb der klassischen Brancheninformationen und dennoch handelt es sich um einen B2B-Werbekanal.

Der USP gegenüber klassischen Targeting-Methoden: Wir erreichen die Fachbesucher unserer Messen nahezu ohne Streuverlust. Dadurch und durch die Abrechnung nach Klicks haben wir ein hoch effizientes Marketing-Tool im Petto.

Wie einfach ist das Buchen von TrustedTargetings?

Wer schon einmal andere Online-Kampagnen selbst gebucht hat, weiß, wie komplex das sein kann. Verglichen mit diesen, ist unser Service wirklich ganz einfach und schnell umgesetzt. Schauen Sie sich einfach einmal den Kalkulator auf unserer Webseite  an. Natürlich könnten wir auch die Kalkulation für unsere Kunden vornehmen, doch wir haben festgestellt, dass die Menschen ihre Wünsche einfach sehr gern selbst zusammenstellen.

Unsere Kunden erhalten eine einfach buchbare Kampagne mit hoher Standardisierung, hoher Leistung und allem, was ein Kunde heute von digitalem Marketing fordert.

Was ist erfolgreicher: Facebook-Werbung oder TrustedTargeting?

Fragen Sie unsere Kunden, also Aussteller und solche, die noch kein Aussteller waren, ist die Antwort ganz klar: TrustedTargeting. Das liegt an der präziseren Zielgruppe.

Aussteller und Besucher unserer Fachmessen sind einfach sehr gut aufeinander abgestimmt. Deshalb funktioniert das auch online sehr gut. Bei Facebook, welches natürlich eine enorme Reichweite hat, sind die Streuverluste viel höher. Deshalb schneidet TrustedTargeting so gut ab.

Wie wichtig ist TrustedTargeting im Marketing-Mix?

Online Marketing ist im B2B-Bereich noch nicht so erfolgreich, d. h. es bringt noch nicht die Volumina wie im B2C-Bereich. Aber es gehört definitiv dazu und dahinein gehört aus unserer Sicht auch TrustedTargeting.

Als moderne Messegesellschaft wollen wir einfach mehr als Quadratmeter verkaufen. Unsere Kunden sollen zusätzlich zur Fläche einen Mehrwert buchen und erhalten können. Übrigens sind 30 Prozent unserer Kunden solche, die noch nie Besucher oder Aussteller einer unserer Veranstaltungen waren.

Ist der digitale Service „TrustedTargeting“ ein neues Geschäftsfeld für Messegesellschaften?

Aus unserer Sicht: Ja.

Wir sind der Meinung, dass es Innovation im Kerngeschäft und im Digitalen geben muss. Deshalb bedienen wir die Herausforderungen unserer Kunden über unsere Flächen und eben auch digital.

#eventprofs #messedigital 'Wir sind der Meinung, dass es Innovation im Kerngeschäft und im Digitalen geben muss. Deshalb bedienen wir die Herausforderungen unserer Kunden über unsere Flächen und eben auch digital.' Sagt Dr. Dirr von… Klicken Sie um zu Tweeten

Digitale Services Beispiel 2: Die Messe-App „Connect“

…ist eine App für alle TeilnehmerInnen einer Messe. Vor allem jedoch für Besucher. Diese App zeigt auf dem persönlichen Homescreen eine Übersicht über alles Wichtige für den User an. Natürlich inklusive der gemerkten Aussteller sowie den persönlichen Tagesplan.

Was macht die „Connect“-App aus?

App "Connect" der Messe München

App „Connect“ der Messe München

Besonders spannend in dieser App ist der sehr gute Hallenplan inklusive der Zugänge zu den Ausstellern. Dieser ist der Hauptgrund, die App zu nutzen. Er ist einfach wesentlich professioneller umgesetzt, als wir das auf bisherigen Apps erlebt haben. Bevor wir unsere eigene App „Connect“ entwickelt haben, hatten wir Standard-Apps im Einsatz. Doch wie das so bei Standardlösungen ist: Sie sind nicht auf unsere Wünsche und Bedürfnisse angepasst. Außerdem lassen sie sich nicht in der Geschwindigkeit weiterentwickeln, die sich unsere Kunden und wir uns wünschen.

Darüber hinaus hat es weniger Learnings von der letztjährigen Fachmesse A zur diesjährigen Fachmesse A durch andere Veranstaltungen gegeben. Heute entwickeln wir in viel kleineren Zyklen. Damit kann Fachmesse A von B, C und D etc. profitieren. Es gibt einen gemeinsamen sehr schnellen Innovationsstrang.

Nachdem wir über den Marktstandard hinauskommen wollten, brauchten wir einfach eine eigene Entwicklung.

Was macht die Messe-App für Aussteller spannend?

Die „Connect“-App finden Aussteller als Werbeplattform interessant. Übrigens heißt sie nur intern und ist extern mit dem Namen der jeweiligen Messe gebranded.

Darüber hinaus ist es eine hervorragende Möglichkeit für Aussteller mit den Besuchern in Kontakt zu kommen. Denn diese App ist einer der wenigen Orte, an dem man als Aussteller noch DSGVO-konform Nachrichten versenden kann. Vor Ort wollen alle auch wirklich vernetzt sein. Das nutzen die Aussteller natürlich auch gern und intensiv. Sie kommen so einfach und schnell mit den Besuchern in Kontakt. Die App ist also ein zentrales Networking-Tool.

Wie oft wird die App von den Besuchern genutzt?

Sehr oft! Der Durchdringungsgrad der App ist enorm. Sie ist einfach das zentrale Info-Medium für unsere Messebesucher – sie planen ihren Messebesuch in der App. Wir können sagen, dass sich die App als Alternative zu Printprodukten durchgesetzt. Damit ein Aussteller auf einer unserer Messen gefunden wird, brauchen wir die Printmedien nicht mehr. Sie sind nur noch dafür da, um auf Highlights aufmerksam zu machen.

Was passiert mit der App nach der Messe?

Community Building dank der App

Community Building dank der App

Eine gute Frage, die den Unterschied zu anderen Event-Apps aufzeigt. Mit der „Connect“-App wollen wir sowohl das Networking vor Ort forcieren als auch das ganze Jahr über. Wir wollen den Besuchern und den Ausstellern eine Heimat zum Austauschen geben. Auch wenn sie mal den Arbeitgeber wechseln. Klassisches Community-Building also.

Natürlich nutzen die Kunden die Apps noch nicht an 365 Tagen, aber es wird zunehmend mehr.

Wo ist der Unterschied von diesem Netzwerk zu anderen wie LinkedIn & Co.?

Im Vergleich zu LinkedIn setzen wir mit den Communities in den Messe-Apps auf die Qualität des Netzwerkes und nicht auf die Quantität. Denn genauso verstehen sich – und wir auch – Messen. Es sollen sich die richtigen Leute treffen können und eben nicht möglichst viele.

Warum haben Sie auf eine eigene App gesetzt?

Aus unserer Sicht hat sich die Rolle der Apps verändert. Was früher ein weiterer Kommunikationskanal war, hat heute einen strategischen Stellenwert. Und genau dem wollen wir mit Lösungen begegnen, die über den Standard hinausgehen und die spezifisch auf die Bedürfnisse unserer Kunden angepasst sind. Deshalb haben wir in eine eigene App investiert und sehen ganz klar den Mehrwert für alle Beteiligten.

#eventprofs #messedigital Aus unserer Sicht hat sich die Rolle der Apps verändert. Was früher ein weiterer Kommunikationskanal war, hat heute einen strategischen Stellenwert. Sagt Dr. Dirr von @messemuenchen Klicken Sie um zu Tweeten

Digitale Services Beispiel 3: Storytelling mit „Working Hero“

„Working hero“ ist ein Storytelling-Format für unsere Kunden bzw. deren Kunden. Also deutlich mehr als Employer-Branding und das dritte Beispiel für digitale Services bei der Messe München. 

Wir haben bemerkt, dass unsere Kunden gerade bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Services sich schwer tun, diese wiederum ihren Kunden näher zu bringen. Und genau das lösen wir mit dem Videoformat „Working Hero“. Dabei handelt es sich um ein redaktionelles Format, für das wir uns sogar das rechtliche Korsett eines Rundfunkstaatsvertrages auferlegt haben. So fällt der werbliche Teil automatisch heraus. Übrig bleiben Geschichten, die begeistern. Geschichten von Innovationen und Errungenschaften, die nun jeder versteht.

Das funktioniert besonders gut mit einem neutralen Absender; in diesem Fall die den jeweiligen Veranstaltungen der Messe München.

Was beinhaltet das digitale Storytelling?

Viel mehr als das eigentliche Video. Unser „Working Hero“ ist ein richtiges Marketing-Paket. D. h. wir senden einen TV-Producer zu unseren Kunden ins Unternehmen, welcher mit einem Team das Video professionell aufnimmt. Dieser schaut hinter die Kulissen der Kunden, macht die wahre Leistungsfähigkeit der Innovationen sichtbar und bringt es verständlich auf den Punkt. Und darüber hinaus beraten wir unsere Kunden bei der professionellen Streuung ihres Filmes. Denn nichts ist trauriger als ein grandioses Video, das „draußen“ niemand wahrnimmt.

Working hero bauma 👇 👇 👇

Für wen eignet sich das Format „Working Hero“?

Digitale Services wie das Format „Working Hero“ eignen sich hervorragend, wenn Sie Neukunden von erklärungsbedürftigen B2B-Produkten und Services begeistern wollen. Wenn Sie im Rahmen Ihrer Kundenakquise etwas Innovatives darstellen wollen. Darüber hinaus eignet es sich auch wunderbar für die Ansprache neuer Mitarbeiter. Auch diese wollen vor ihrem Einstieg gern einmal hinter die Kulissen Ihrer Produkte und Ihres Unternehmens schauen können. Und genau das schafft dieses redaktionelle und zugleich professionelle Video-Format.

#eventprofs #messedigital Das Format 'Working Hero' eignet sich hervorragend, wenn Sie Neukunden von erklärungsbedürftigen B2B-Produkten und Services begeistern wollen. Klicken Sie um zu Tweeten

Über den Interviewpartner

Dr. Markus Dirr, Chief Digital Officer bei der Messe München, 👉 LinkedIn

Markus Dirr | Messe München

Markus Dirr | Messe München

 

 

 

 

 

 

 

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